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Intensivseminar: Stromspeicherung für die Energiewende

Autorenbild: ralf.hoffmann@hovv.de
ralf.hoffmann@hovv.de
27. Nov. 2017
2 Min. Lesezeit

Auch bei herkömmlicher (fossil basierter) Stromerzeugung gibt es immer eine Lücke zwischen dem wenig flexiblen Grundangebot (Grundlast) und dem tatsächlichen Bedarf an elektrischer Energie (Tageslastgang). Die essentielle Bedeutung von Speichern kennt man also schon von Kohle- und Atomstrom.

Bei der Umstellung der Energieressourcen auf Sonne und Wind kommt der Speicherung eine noch höhere Bedeutung zu als zuvor. Gerade für Industrie und Gewerbe ergeben sich durch die Nutzungvon Stromspeichern am Strommarkt interessante Wertschöpfungspotenziale im Bereich der Primärregelleistung, dem Peak-Shaving und dem Spotmarkt.


Im Intensivseminar haben 20 Teilnehmer fundierte und fachgerechte Beiträge von anerkannten Experten hören und diskutieren können.

Matthias Albrecht von der Kanzlei Becker-Büttner-Held erklärt den rechtlichen Rahmen für die Einbringung von Speichern in die Stromversorgung auf sehr anschaulichem Weg. Es wird schnell klar, dass der aktuelle Regelungsumfang in der Energiewirtschaft zwischen EnWG, EEG, Netzanschlussverordnung, Stromsteuer und StromNEV nicht eindeutig ist und sich einzelne Regelungspunkte in Teilen widersprechen. Trotzdem wird die Nutzung von Batteriespeichern wirtschaftlich attraktiv wenn man Einsparungen aus individuellen Netzentgelten, Vorteilen bei der EEG Umlage und Ausnahmen bei der Stromsteuer intelligent miteinander kombinieren kann. Gerade das Thema vermiedene Nutzungsentgelte wird in der Branche intensiv diskutiert.

Im nächsten Block führt Prof. Dr. Ralf Simon umfassend in die Einsatzmöglichkeiten von Batterien in Industrie und Gewerbe ein. Man ist schnell überzeugt, dass man bei Batterien eine große Auswahl an Einsatzmöglichkeiten und Potenzial zum Heben von Mehrwerten hat. Erstaunlich isst die wirtschaftliche Betrachtung darauf, dass eine Batterie, ähnlich einer Katze, mehrere Leben hat. In der Automobilindustrie starten gerade viele Projekte, die ein „Second Life“ ins Spiel bringt. Bei der Verwendung von Batterien für die Automobilität sind die erzielbaren Reichweiten von der maximalen Nutzbarkeit des Speicherpotenzials abhängig. Sinkt die Kapazität der Batterien unter 80 % werden sie ausgetauscht. In diesem Zustand können sie aber noch auf lange Sicht als Speicher verwendet werden. Im Umfeld  der Energiewirtschaft ist die Kombination von Primärregelleistung und Lastbegrenzung für den Betreiber am lukrativsten. In einem gezeigten Beispiel konnte die Investition in einen Speicher bei jährlichen Einnahmen von 162.000,00 Euro in etwa fünf Jahren amortisiert werden.

Den Abschluss des Tages gestaltet Dirk Kaisers von Exide Technologies. Das Unternehmen hat schon eine große Zahl von Großspeicherlösungen umgesetzt. In der Ausführung werden sowohl Blei als auch Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. In einem Projekt mit der RWTH Aachen (M5BAT) wurden Batteriespeichersysteme zu einer Gesamtkapazität von 5,6 MWh zusammengeschaltet. Als mobile Variante bietet sie Restore 500 eine Kapazität von 0,6 MWh aufgeteilt in zwei Container die mit herkömmlichen Sattelschleppern transportiert werden können.

Die Teilnehmer haben viel gelernt. Wie auch immer die Entwicklung weitergeht der Anteil der Eigenversorgung wird steigen. Die Eigenversorger und Speichervertreiber können durch Digitalisierung Communities bilden, d.h. untereinander Strom austauschen und gebündelt auf dem Strommarkt auftreten. Wie die Entwicklung verlaufen wird, hängt zum einen von den rechtlichen Rahmenbedingungen ab z.B. den Netzentgelten, für die „doppelte Netznutzung“ zu zahlen sind. Zum anderen werden die Möglichkeiten der Wertschöpfungen durch die Inhalte dieses Seminars aufgezeigt und zur Nutzung vermittelt von daher: Ein voller Erfolg.

 
 
 

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